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Walli Wu



 
endrick offline
Kapitän/1. Ing
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Betreff: Re: Walli Wu  -  Gepostet: 31.01.2019 - 17:00 Uhr  -  
Moin.

Ja, macht richtig Spaß dies so zu lesen und nachverfolgen zu können. Die Zustände alleine damals! Dabei kann man auch wieder bemerken wie groß der Unterschied schon einige Jahre später (1962) sein konnte. Und wohl auch ''Schiff-bedingt''.
Da war meine Zeit als Moses ja fast das reine Honiglecken der von Walter gegenüber: MS "Natal'' - ein guter Dampfer, ordentliche Verpflegung durch Koch, Kochsmaat und Bäcker !! (und alleine schon weil es zu Hause nicht soo gut war) - Scheich okay, wenn auch einige Matrosen gemein sein konnten: man lernte schnell und passte sich an.

Bin schon gespannt auf die nächste Fortsetzung!

Gruß

Endrick
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Spezi versteckt
Kapitän/1. Ing
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Betreff: Re: Walli Wu  -  Gepostet: 31.01.2019 - 20:01 Uhr  -  
Zitat

Im August 1959, ich war noch 14 Jahre alt, bekam ich auf meine Bewerbung vom Arbeitsamt die Nachricht, dass
ich nach positivem Untersuchungsergebnis für die Deckstauglichkeit auf einem Kümo einsteigen könne.

Moin @ all,

Glück und Pech liegenoft nah beieinander.
März 1958 - Seemannsschule zu Ende - wir waren nur noch zwei Mann Rest des Lehrgangs und sollten vermittelt werden.
Der vorletzte bekam einen alten Kohlensteamer in der Ostsee, andere zuvor hatten Kümos wie Walliwu bekommen.
Ich war der letzte und hätte am nächsten Tag heimfahren müssen.
Da kam ein Anruf der Hamburg-Süd - ein Moses wurde gebraucht (hatte ich schon mal berichtet) - sofort nach Bremerhaven, das Schiff sollte noch am selben Tag auslaufen.

Und hier der Unterschied: SANTA ELENA ein Superschiff - Arzt an Bord, Friseur an Bord, Wäscherei (mit zwei Waschfrauen) an Bord, Bäcker an Bord.
Verpflegung super und reichlich - das ganze wohl auch aus Imagegründen, denn - obwohl ein Frachter - galt die SANTA ELENA wegen der 28 1. Klasse Passagiere den Bestimmungen gemäss als Fahrgastschiff mit entsprechenden Vorschriften.

Einzig die Moseskammer war ein "Drecksloch" mit geschätzten 1,45 qm begehbarem Raum. Aber hier haben wir ja auch nur geschlafen.

So konnte man Glück oder Pech haben mit der Auswahl oder der Zuteilung eines Schiffes.
Servus, Spezi.
Seemannsschule FALKENSTEIN - Jan.- März 1958 - Schiffe: SANTA ELENA - BELGRANO - RICHARD KASELOWSKY - ANKARA - MERSEY ORE - CAP FRIO - SANTA URSULA - FLACHSEE - SÜDERAU - ESSO HAMBURG - REBENA
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Walter Wust offline
Matrose OA/Ingassi
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Betreff: Re: Walli Wu  -  Gepostet: 01.02.2019 - 17:00 Uhr  -  
Hi @ All,

Zwei Tage lagen wir in Kotka und nach dem Mittagessen und der Backschaft durfte ich an Land, zwar nur für drei Stunden, aber aufrgend war es allemal.
Am Abend wollte mich der Leichtmatrose mit an Land nehmen, doch der Alte hat es mitgekriegt und meinte, ich müsste mir nicht gleich die ersten fünf Minuten bei der Seefahrt einen Tripper einfangen.
Zu dieser Zeit waren ein paar finnische Häfen berühmt-berüchtigt, für alle möglichen Geschlechtskrankheiten gut zu sein.
Zwar wusste ich wie man zu so etwas kommen konnte, aber das war reine Theorie, zur Praxis hatte ich, wohl altersbedingt, noch keine Gelegenheit.
Also drehte ich wieder bei und tauchte ab in die Foxel, kramte ein paar Ansichtskarten raus die ich mir beim Mittagsspaziergang mitgebracht hatte und schrieb voller Stolz meine erste Ansichtskarte aus dem Ausland, von Kamburg hatte ich ja schon eine geschickt, nach Hause.
Nächster Hafen war Mäntylouto. Außer ein paar Meter Pier war da nichts.
Das Holz kam mit großen Staplern an, wurde in Stroppen gepackt und mit eigenem Geschirr unter Deck gesetzt. Da wir kein Zwischendeck hatten, eine relativ einfache Verladung. Die Zwischenräume wurden mit losen Latten aufgefüllt.
Was mir gleich auffiel war, daß sämtliche Arbeiten nur von Frauen ausgeführt wurden. Der Steuermann erklärte mir, hier in Finnland herrscht seit dem zweiten Weltkrieg eine enorme Männerknappheit und ohne diese Frauen könnten die den Laden dichtmachen.
Ausserhalb des direkten Ladebetriebs hatte eine der Frauen hatte eine der Frauen ein Lagerfeuer entfacht und an einem Dreibein hing ein großer Teekessel.
Auf meine Frage mit Hand- und Fingerzeichen ob ich auch mal kosten dürfe, bekam ich einen Blechbecher voll Tee und war überrascht, wie gut dieser schmeckte. Die Frau meinte zwar, mit Schnaps würde er noch viel besser schmecken, aber leider konnte ich damit nicht dienen.
Wir lagen übers Wochenende in Mäntylouto und so sagte der Leichtmatrose am Samstagnachmittag, er würde mich zum Tanzen mitnehmen.
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goddi offline
Jungmann
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Alter: 69
Beiträge: 10
Dabei seit: 11 / 2010
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Betreff: Re: Walli Wu  -  Gepostet: 01.02.2019 - 20:06 Uhr  -  
Super---
Da kommen viele eigene Erinnerungen hoch--- :D

Lg--Goddi
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bublies offline
Kapitän/1. Ing
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Herkunft: SWEDEN  Värnamo
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Beiträge: 1771
Dabei seit: 08 / 2010
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Betreff: Re: Walli Wu  -  Gepostet: 01.02.2019 - 23:29 Uhr  -  
Hej du schuechterner Walter,
ich bin mir sicher dass dich die finnischen Weiber verfuehrt haben und nicht fuer Pedofilie angeklagt wurden :-)
Das waren noch Zeiten, hälsn. Bublies
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Walter Wust offline
Matrose OA/Ingassi
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Beiträge: 144
Dabei seit: 01 / 2019
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Betreff: Re: Walli Wu  -  Gepostet: 02.02.2019 - 12:57 Uhr  -  
Hi @ All

Nach der Backschaft zog ich meinen besten Zwirn an, zog noch mal nach achtern zur „Kapitänskontrolle“, bekam dort ein paar Finnmark als Taschengeld und ein paar Ermahnungen, es nicht zu übertreiben, nicht zu vergessen dass ich noch kein Erwachsener sei und mich von den Kollegen zu keinen Dummheiten verleiten zu lassen. So präpariert konnte nichts mehr schiefgehen und wir zogen zu Dritt los.
Es gibt in Skandinavien einen Treffpunkt, wo man entweder zwanglos beisammensitzt, Filme anschaut oder wie Heute eine Tanzveranstaltung besucht. Es ist das Folketshuus, wo sich Jung und Alt gleichermassen trifft.
Der Tanzsaal war ein riesiger Raum, auf jeder langen Seite war eine Lange Sitzbank, fast so lang wie der Raum selbst, auf der einen Stirnseite spielte eine kleine Band und auf der gegenüberliegenden Seite wurden Getränke ausgeschenkt. Das einzige alkoholhaltige Getränk war eine Art Bier, schmeckte fürchterlich und hatte so wenig Alkohol, dass man davon unmöglich betrunken werden konnte. Ansonsten gab es verdünnten Sirup, rot, gelb und grün, der sehr süß schmeckte und den fast Alle tranken.
Die Bankreihe war eine Seite für Frauen, die andere für Männer. Wenn nun die Musik einsetzte, sprangen alle auf, liefen zur Mitte und die Frauen suchten sich einen Tanzpartner. Wer nicht tanzen wollte, blieb einfach sitzen. Erstmal hielt ich es für das Beste, auch sitzen zu bleiben und mir das Procedere anzuschauen. Der Leichtmatrose, der sich ganz gut verständigen konnte und auch schon bekannt war, muss wohl erzählt haben, dass ich noch ein absolut unbedarfter Frischling sei.

Fortsetzung folgt
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